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Lacul Bolboci und Cheile Orzei (August 2021)

Heute schlafen wir länger - wir hoffen, dass das Meiste unserer Sachen noch trocknet, bevor wir weiter gehen.

Wir checken so spät wie möglich aus unserem Nobel-Hotel aus und tatsächlich unsere Klamotten und Ausrüstung sind getrocknet. 

Wir machen uns auf - Ziel für heute ist der Lacul Bolboci (ein Stausee im Bucegi-Massiv). 

Das Wetter ist komisch: die Sonne scheint stark und warm vom Himmel, man sollte meinen, dass es über 20 Grad sind, Sommer. Aber nein. Mit dem Wind ist die Luft kalt, eher so 13 Grad, kein Wetter für kurze Hosen und T-shirt. 

Michael hat sogar ne Jacke drüber, für Lena gilt: Sommer ist was in deinem Kopf passiert und entsprechend trägt sie Hotpans und Top.


Wir laufen über unendliche Weiten, über Hügel wie aus einem Windows-Hintergrund. Der Omu Peak ist auch heute in den Wolken und nicht zu sehen. 

Die Berge sind nicht hoch, aber das Panorama ist beeindruckend. 

Kein Mensch außer uns. Keine Zivilisation. Nur wir. 


 Wir überqueren mehrere Hügel und laufen durch einen Wald, wir kreuzen einen Fluss und klettern über eine Mauer. 

Gegen 16 Uhr kommen wir am Stausee an. Hier ist es voll - ein krasser Kontrast zu der Einsamkeit und weite unserer Wanderung. 

Eigentlich wollten wir hier irgendwo unser Zelt aufschlagen, aber dazu ist es definitiv zu voll. 

Also laufen wir weiter, weg vom Lacul Bolboci und wieder rein in den Wald. 


Wir kommen an einer verlassenen und baufälligen Ruine vorbei und finden schließlich einen kleinen Campingplatz mitten im Wald. 

Der Campingplatz vermietet kleine Blockhütten und freie Stellplätze für Zelte. 

Wir mieten einen Platz und schlagen unser Zelt auf. Ein paar andere Camper sind auch da. Es gibt sogar Sanitäranlagen mit Duschen. 

Wir genießen ein frühes Abendessen. Sobald die Sonne weg ist, wird es bitter kalt. 

Lange halten wir es draußen nicht aus und verziehen uns früh ins Zelt. Schlafen ist aber auch nicht wirklich - die ganze Nacht eigentlich nicht. 

Dazu ist es viel zu kalt. 

Als wir am nächsten Morgen aufstehen - viel zu früh - haben wir Frost auf dem Zelt. Alles ist von einer leichten Schicht Frost überzogen. 

Wir lassen das Zelt stehen und machen uns auf in den Nationalpark zum Cheile Orzei. 

Durch den Wald, über einen Fluss drüber - ohne Brücke, den besten Weg muss man selbst finden - und weiter durch den Wald. An einem Stausee vorbei und wieder weiter durch den Wald. 

Schließlich kommen wir am Cheile Orzei an. Sieht allerdings ganz anders aus, als auf den Bildern im Internet - schmutziger.
Schnell ein paar Fotos und dann auf zurück zum Zelt. 

Als wir am Zelt ankommen, hat die Sonne sich um den Frost gekümmert und alles getrocknet. Hier sind jetzt auch plötzlich deutlich mehr Menschen - die wollen wohl alle auch in den Nationalpark. 

Wir packen unsere Sachen und machen uns wieder auf den Weg. 
Entlang des Lacul Bolboci und dann steil hinauf. 
Über Skipisten und auf Trampelpfaden. 

Das Wetter ist genauso verrückt wie Gestern - eigentlich warm, aber viel zu kalt. 

Gegen Mittag kommen wir an einer gut besuchten Gipfelstation an und machen kurz Rast. 

Letztendlich entscheiden wir uns dazu mit der Gondel ins Tal zu fahren und dann direkt weiter nach Bukarest. 
Die letzten paar Tage werden wir nicht mehr wandern, sondern Tourist im warmen und sonnigen Bukarest verbringen. 

Fazit: Die Karpaten in Transylvanien sind einsam und wild, kaum Wanderer und kaum Einheimische sind unterwegs. Die Landschaft ist malerisch, das Wetter hart. 
Obwohl wir im August - im Hochsommer - da sind, ist es in den Bergen zu kalt für kurze Hosen und Tops. Im Tal ist es zu heiß, in den Bergen zu kalt. 
Überall wo man auf Menschen trifft, findet man auch Dracula - Tourismus. 
Geiles Land und geiles Gebirge - ich werde wiederkommen. 
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Today we sleep in longer - we hope that most of our stuff dries before we move on.
We check out of our posh hotel as late as possible and sure enough our clothes and gear are dry.

We set off - today's destination is the Lacul Bolboci (a reservoir in the Bucegi massif).

The weather is strange: the sun shines strong and warm from the sky, one would think that it is over 20 degrees, summer. But no. With the wind the air is cold, more like 13 degrees, no weather for shorts and t-shirt.

Michael even has a jacket over it, for Lena applies: summer is what happens in your head and accordingly she wears hot pans and a top.

We run over endless expanses, over hills like from a Windows background. Omu Peak is still in the clouds today and cannot be seen.
The mountains are not high, but the panorama is impressive.

Nobody but us. No Civilization. Only we.

We cross several hills and walk through a forest, we cross a river and climb over a wall.
We arrive at the reservoir around 4 p.m. It's full here - a stark contrast to the loneliness and vastness of our hike. We actually wanted to pitch our tent somewhere here, but it's definitely too crowded for that. So we keep walking, away from Lacul Bolboci and back into the forest.

We pass an abandoned and dilapidated ruin and finally find a small campsite in the middle of the forest.
The campsite rents out small log cabins and free pitches for tents. We rent a pitch and pitch our tent. A few other campers are also there. There are even sanitary facilities with showers. We enjoy an early dinner. As soon as the sun is gone, it gets bitterly cold.

We can't stand it outside for long and retreat to the tent early. But sleeping isn't really either - not really the whole night. It's way too cold for that.

When we get up the next morning - much too early - we have frost on the tent. Everything is covered with a light layer of frost. We leave the tent and head into the national park to Cheile Orzei.

Through the forest, across a river - without a bridge, you have to find the best way yourself - and further through the forest. Past a reservoir and further through the forest. Finally we arrive at Cheile Orzei. However, it looks completely different than the pictures on the Internet - dirtier.
Quickly a few photos and then back to the tent.

When we arrive at the tent, the sun has taken care of the frost and dried everything. Suddenly more people are here now - they probably all want to go to the national park. We pack our things and set off again.
Along the Lacul Bolboci and then steeply up. Over ski slopes and on beaten paths.

The weather is just as crazy as yesterday - actually warm, but way too cold.

Around noon we arrive at a well-visited summit station and take a short break. Finally we decide to take the gondola down to the valley and then straight on to Bucharest. The last few days we will not hike anymore, but spend tourist in the warm and sunny Bucharest.

Conclusion: The Carpathians in Transylvania are lonely and wild, hardly any hikers and hardly any locals are out and about. The landscape is picturesque and the weather is harsh.
Although we are there in August - the height of summer - it is too cold in the mountains for shorts and tops. It's too hot in the valley and too cold in the mountains.
Wherever you meet people, you will also find Dracula - tourism.
Great country and great mountains - I will be back.



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